Raumkonzept Kandertal 2040

Auftraggeber
Agglo Basel, Gemeinde Binzen, Gemeinde Malsburg-Marzell, Gemeinde Rümmingen, Gemeinde Schallbach, Gemeinde Wittlingen, Landratsamt Lörrach, Regionalverband Hochrhein-Bodensee, Stadt Kandern

Projektzeitraum
2018 - 2020

Projektpartner
Agglo Basel, Gemeinde Binzen, Gemeinde Malsburg-Marzell, Gemeinde Rümmingen, Gemeinde Schallbach, Gemeinde Wittlingen, Landratsamt Lörrach, Regionalverband Hochrhein-Bodensee, Stadt Kandern

Fläche
10.590 ha

Bearbeitet durch
Riedl, Hage, Gold

Schwerpunkte:

  • Erarbeitung eines ganzheitlichen Leitbildes für das Kandertal mit den Schwerpunktthemen Siedlungs- und Verkehrsentwicklung sowie Landschaft
  • Analyse für die Themen Raum und Landschaft, Bevölkerung und Wirtschaft, Siedlung und Verkehr
  • Entwicklung verschiedener Stoßrichtungen der Raumentwicklung und Festlegung konkreter Ziele für das Raumkonzept
  • Ausarbeitung von drei thematischen Teilkonzepten zu den Handlungsfeldern Siedlung, Landschaft und Verkehr; Zusammenführung in einem gesamtheitlichen Raumbild (Raumkonzept)
  • Erstellung eines Handlungsprogramms mit strategischen Maßnahmensteckbriefen sowie Hinweisen zur Priorisierung, Zuordnungen von Zuständigkeiten; Aufzeigen von Best-Practice Beispielen
  • Schaffung einer Organisationsstruktur zur Begleitung der Maßnahmenumsetzung
  • Inhaltliche Organisation und Fachmoderation von Kerngruppensitzungen, Gemeinderats- und Bürgerworkshops sowie einer Abschlussveranstaltung

Durch die räumliche Nähe des Kandertals zu dem Agglomerationsraum Basel wird der Region eine wichtige Rolle bei der Befriedigung des wachsenden Bedarfs nach Siedlungsflächen zugeschrieben. Damit steht das Kandertal vor der Herausforderung, dem erhöhten Siedlungsdruck sowie verkehrs- und infrastrukturellen Anforderungen mit einer abgestimmten und umweltverträglichen Entwicklung zu begegnen. In Anbetracht dieser Herausforderung beschlossen die Kommunen des Kandertals sich gemeinsam über die künftige Entwicklung ihres Tals abzustimmen und haben sich für die Erarbeitung eines gemeinsamen, übergeordneten und ganzheitlichen Leitbilds für das Tal entschieden. Dieses soll als Abwägungsgrundlage für Flächennutzungs- und Bebauungspläne dienen.

Das Raumkonzept Kandertal 2040 soll konkrete Entwicklungsziele identifizieren und mögliche Maßnahmen zur Umsetzung herausarbeiten. Es wurde in fünf aufeinander aufbauenden Schritten erarbeitet.

  • Analyse: Aufbauend auf einer Sekundäranalyse verfügbarer Planungsgrundlagen für den Raum (bspw. Baulückenerfassung, Bevölkerungsprognose, Flächennutzungspläne, kommunale Leitbilder etc.) wurden Interviews mit den Bürgermeistern der sechs Kommunen sowie den regionalen Partnern (Landratsamt Lörrach, Regionalverband Hochrhein-Bodensee, Agglo Basel) geführt. Dabei wurden sowohl die Entwicklungsabsichten der Kommunen als auch Stärken, Schwächen und Herausforderungen des Raumes abgefragt und diskutiert. Die Ergebnisse wurden in einer aussagekräftigen SWOT-Analyse zusammengefasst.
  • Ziele und Szenarien der Raumentwicklung: Unter Berücksichtigung übergeordneter Trends wurden aufbauend auf den Ergebnissen der SWOT-Analyse verschiedene räumliche Entwicklungsvarianten für die vier Themen herausgearbeitet: Strukturelles Wachstum, Städtebauliche Steuerung, Verkehr, Landschaft. Sie zeigen mögliche Entwicklungsrichtungen des Kandertals auf und sind bewusst pointiert formuliert, um eine Diskussion anzuregen. Gemeinsam mit dem Projektrat und den Gemeinderäten der sechs Kommunen wurde über die Entwicklungsvarianten diskutiert. Darauf aufbauend wurden Entwicklungsziele als übergeordnete Leitlinien für die zukünftige Entwicklung des Kandertals festgelegt.
  • Teilkonzept und Entwurf Raumkonzept: Drei Teilkonzepte zu den Handlungsfeldern Siedlung, Landschaft und Verkehr konkretisieren die zuvor beschlossenen Entwicklungsziele räumlich. Ein gesamthaftes Konzeptschema fasst die drei Teilkonzepte in einem aussagekräftigen und leicht verständlichen Raumbild zusammen.  
  • Handlungsfelder und Maßnahmen: Die Umsetzung des Raumkonzepts wird durch strategische Maßnahmensteckbriefe unterstützt. Diese sind mit zeitlichen und prioritären Angaben sowie jeweils mit einem Umsetzungsbeispiel aus einem anderen Raum versehen.

Begleitet wurde die Erstellung des Raumkonzeptes von regelmäßigen Sitzungen eines Projektrats, welcher sich aus den regionalen Partnern sowie den Bürgermeistern der sechs Kommunen zusammensetzte. Der Projektrat war an der strukturellen und inhaltlichen Entwicklung des Raumkonzeptes maßgebend beteiligt und traf richtungsweisende Entscheidungen. Darüber hinaus wurden die Gemeinde- und Ortschaftsräte sowie die interessierte Öffentlichkeit in den  Projektprozess eingebunden und konnten somit durch die geführten Diskussionen und Anregungen das Ergebnis mitgestalten.

Organisationsstruktur zur erfolgreichen Umsetzung des Raumkonzeptes: Die sechs Kommunen des Kandertals haben im Nachgang des Projektprozesses eine gemeinsame Absichtserklärung (Charta) zur Umsetzung des Raumkonzeptes unterzeichnet. In jährlichen, selbstständig organisierten Treffen des erweiterten Projektrats sollen aus dem Maßnahmenkatalog des Raumkonzepts diejenigen Themen definiert und Projekte initiiert werden, die in interkommunaler Zusammenarbeit angegangen werden sollen. Über den Umsetzungsprozess sollen Gemeinderäte und Bevölkerung in periodischen Abständen informiert werden.