Planungs- und Managementstrategien des Naturschutzes im Lichte des Klimawandels

Auftraggeber
Bundesamt für Naturschutz (BfN)

Projektzeitraum
2008 - 2010

Projektpartner
Bundesamt für Naturschutz (BfN)

Fläche
Bundesrepublik Deutschland

Bearbeitet durch
Hage, Bachmann, Hoppenstedt

Schwerpunkte:

  • Erarbeitung eines F+E Vorhabens zu den Konsequenzen des Klimawandels auf die Planungs- und Managementstrategien des Naturschutzes
  • Analyse von Forschungsstand und Diskussion der Konsequenzen des Klimawandels und seiner Folgewirkungen für den Naturschutz
  • Analyse Planungs- und Managementansätze hinsichtlich ihrer Eignung zur Bewältigung der Klimawandels
  • Identifizierung Anpassungserfordernisse infolge des Einbezugs von Aspekten der Bewältigung der Klimawandelfolgen
  • Entwickeln von Änderungs- und Ergänzungsvorschlägen für die einzelnen Arbeitsschritte in der Landschaftsplanung
  • Erarbeiten von Checklisten zur Berücksichtigung des Klimawandels in der Landschaftsplanung
    Das Vorhaben ist Teil des Forschungsschwerpunktes „Naturschutz und Biologische Vielfalt“ und zielt insbesondere auf eine Qualifizierung der Landschaftsplanung

Zu den raum- und naturschutzrelevanten Folgen des Klimawandels sowie den Erfordernissen und Möglichkeiten einer Anpassung an den Klimawandel sind mittlerweile eine Vielzahl an Forschungsprojekten erarbeitet worden. Demgegenüber steht die Diskussion über die Konsequenzen des Klimawandels für die Planung noch weitgehend am Anfang. Das Forschungsprojekt setzt sich mit der Bedeutung des Klimawandels und seinen vielfältigen, differenzierten Auswirkungen auseinander, auf die der Naturschutz mit seinen Managementstrategien und Instrumenten reagieren muss. Im Mittelpunkt des Vorhabens stand die Landschaftsplanung gemäß §§ 8 -12 BNatSchG.

Ausgangspunkt der Überlegungen ist ein Überblick zum Stand der Forschung und Diskussion der Konsequenzen des Klimawandels, seiner Folgewirkungen für den Naturschutz und die Landschaftsplanung.  Die feststellbaren Defizite sind in Hinblick auf die erforderliche Fortentwicklung des Naturschutzes und der Landschaftsplanung zu betrachten. Hierzu wurden aktuell diskutierte Planungs- und Managementansätze hinsichtlich ihrer Eignung für die Bewältigung der Herausforderungen des Klimawandels analysiert, wie z.B. Ökosystemansatz, Adaptives Management, Risikomanagement, Szenarios oder Vulnerabilitätsbzw. Sensitivitätsanalyse.

Durch den Klimawandel ergeben sich neue Anforderungen an die Landschaftsplanung. Hierzu wurden Änderungs- bzw. Ergänzungsvorschläge für die einzelnen Arbeitsschritte eines Landschaftsplans herausgearbeitet. Diese Vorschläge können praxisorientiert im Sinne einer „Checkliste“ herangezogen werden. Beispielsweise wird vorgeschlagen, sich in der Planungsphase „Analyse“ mit den Funktionen von Ökosystemen als Treibhausgasspeicher und – senken sowie der Anfälligkeit der Schutzgüter gegenüber Klimaveränderungen und der zu erwartenden Klimaanpassungs- und Klimaschutzmaßnahmen der Raumnutzungen und Fachplanungen auseinanderzusetzen. Andere Beispiele sind die landschaftsplanerischen Maßnahmen, bei denen z.B. veränderte klimatische und standörtliche Bedingungen berücksichtigt werden müssen, um eine langfristige Wirksamkeit der Maßnahmen sicherzustellen.

Durch diese Vorschläge soll die Landschaftsplanung in die Lage versetzt werden

  • ihre Ziele, Maßnahmen und Strategien an Umweltbedingungen anzupassen, die aufgrund des Klimawandels einem stetigen Veränderungsprozess unterliegen,
  • einen Beitrag zu klimawandelbezogenen Aktivitäten und Planungen anderer Sektoren, wie der Raumplanung oder den Fachplanungen, liefern zu können,
  • Beiträge zum Klimaschutz und zur Anpassung an den Klimawandel zu leisten.

Der Landschaftsplanung kommt eine besondere Stellung im Kanon der naturschutzrechtlichen Instrumente zu, da sie nicht nur als flächendeckende Fachplanung des Naturschutzes wirksam wird, sondern ebenso als Informations-, Bewertungs- und Entscheidungsgrundlage für die Raum- und Bauleitplanung, für umweltwirksame Fachplanungen sowie für die Eingriffsregelung und Umweltprüfungen dient.